Greater Bay Technology (GBT) hat angekündigt, im Jahr 2026 die weltweit erste massenproduktionsfähige All‑Solid‑State‑Batterie zu starten. Energiedichte: 260–500 Wh/kg — das ist deutlich mehr als heutige Lithium‑Ionen‑Zellen (200–300 Wh/kg). Das ist nicht der einzige Hersteller — aber GBT ist der erste, der die Industrialisierung ernsthaft angeht.
Einordnung: 260–500 Wh/kg ist eine breite Spanne — der untere Wert entspricht NMC, der obere einem theoretischen Ideal. „Massenproduktion 2026” bedeutet bei Festkörper realistisch eine Pilotlinie mit niedrigem Output.Reality check: 260–500 Wh/kg is a wide span — the lower end equals NMC, the upper end is theoretical. „Mass production 2026” realistically means a pilot line with low throughput in solid-state.
In einer klassischen Lithium‑Ionen‑Batterie wandern Ionen durch eine flüssige Elektrolytlösung zwischen Anode und Kathode. Dieser flüssige Elektrolyt ist zugleich Feuerquelle, Alterungsfaktor und Volumenfresser. Festkörperbatterien ersetzen die Flüssigkeit durch einen festen Elektrolyt — meist Sulfid‑ oder Oxid‑Keramik. Vorteile:
Festkörperbatterien gelten seit über zehn Jahren als das nächste große Ding — aber die Industrialisierung war ein Albtraum. Das Sintern der keramischen Elektrolyten, die Verbindung mit der Anode, die Skalierung auf große Zellformate: alles aufwändig, alles teuer. 2024–2025 hat sich das geändert. GBT, Toyota, Samsung SDI, QuantumScape, Factorial und etwa ein Dutzend chinesischer Hersteller haben Pilotlinien hochgefahren. 2026 startet die kommerzielle Produktion.
Mercedes‑Benz testet die Factorial‑Solid‑State‑Zellen in einem modifizierten EQS, der 745 Meilen (≈1.200 km) am Stück geschafft hat. Stellantis kündigt ab 2026 semi‑Solid‑State im Serienfahrzeug an. Toyota plant erste Solid‑State‑Modelle 2027. Hyundai‑Kia kooperiert ebenfalls mit Factorial. BMW hat eine eigene Festkörper‑Forschungsfabrik in Parsdorf.
"Nicht jede Festkörper‑Ankündigung wird halten, was sie verspricht. Aber die Bewegung ist real, und sie ist breit."
Stückzahlen. Die ersten Serienzellen werden 2026/27 in Premium‑Modellen erscheinen — der Massenmarkt folgt frühestens 2028/29. Bis dahin bleiben LFP (Lithium‑Eisenphosphat) und Hochvolt‑NMC die dominierenden Zellchemien für Standard‑E‑Autos. Aber das Bild ändert sich schnell.
Mehr direkt bei gbt.com.cn und im MIT Technology Review
Die Spanne 260–500 Wh/kg ist breit — im unteren Bereich entspricht sie modernen NMC-Lithium-Zellen, im oberen Bereich einem theoretischen Ideal. Welche Zellgeneration GBT konkret in welchem Jahr ausliefert, bleibt offen. Massenproduktion 2026 wird in Hochzeit der Pressemitteilung gerne ausgesprochen, in der Praxis ist das oft eine Pilotlinie mit niedrigem Output.
Die Behauptung "weltweit erste" ist mit Vorsicht zu lesen — Toyota, QuantumScape, Solid Power, Samsung SDI und Nissan haben alle eigene Zeitpläne. Der erste belastbare Marktstart einer ASSB ist eher ein 2027/28er Ereignis, GBT ist ein plausibler Kandidat für die vorderen Plätze.